H.W. Stegmann

Werkstatt

Willkommen in meiner virtuellen Werkstatt. Hier erfahren Sie ein wenig über Material, Technik und Inspiration oder auch schlicht meine Arbeit.

#material

Ton ist zuallererst eine Bodenart die aus sehr feinkörnigen Mineralien besteht. Meist handelt es sich hierbei um Schichtsilikate, feinste Plättchen die im feuchten Zustand eine äußerts plastische Masse ergeben. Im getrockneten Zustand verliert er seine Plastizität und behält damit eine zuvor angenommene Form.  Schon seit Uhrzeiten machen wir uns diese Eigenschaft zu Nutzen und verwenden Ton beispielsweise als Baumaterial. Schon die alten Römer verwendeten Ton als Rohstoff zum Bau von Aquädukten, Villen, Brunnen und vielem mehr. Die  Verwendung von ungebrannten Ziegeln zum Errichten von Gebäuden ist sogar bis in die Jungsteinzeit belegt. Von Menschen geschaffene Gegenstände künstlerischer Natur sind ebenfalls seit mindestens 24000 Jahren im Umlauf.

Brennt man Ton, d.h, erhitzt man Ihn auf bestimmte Temperaturen, "backen" die mineralischen Komponenten zusammen und behalten damit Ihre Form endgültig. Erst jetzt spricht man von Keramik. Die einmal angenomme Form der Keramik ist nun endgültig und kann nur durch starke mechanische Krafteinwirkung "zerstört" werden. Die hohe Härte, zusammen mit der enormen Hitzebeständigkeit findet heutzutage in hochtechnischen Komponenten Verwendung und hat schon so mancher Rakete den Weg in den Weltraumermöglicht. Sicherlich ist der von mir verwendete Ton und die Ausprägung die in der Hochtechnologie Verwendung findet in vielerlei Hinsicht verschieden, das grundlegende Prinzip bleibt jedoch dasselbe.

Meine Arbeit ist allerdings längst nicht auf Ton, bzw. Keramik beschränkt. In meinen Werken finden sich die verschiedensten Materialien wie beispielsweise Stahl, Holz, Latex oder in selteneren Fällen auch mal Kunstoffe. Auch wenn ich mich in erster Linie als Keramiker sehe, liegt mir Materialpurismus fern. Das Material ordnet sich dem Ziel, der Idee unter. Am Ende steht immer das Produkt, als Symbiose aus Idee, Material und nicht zuletzt handwerklicher Erfahrung.

#technik

Auf der Töpferscheibe lässt sich das Ausgangsmaterial Ton zu Gefäßen "hochziehen". Manche Dinge werden auch einfach mit der Hand "geknetet". Zusammen mit viel Wasser als Dispersion aufbereitet, kann Ton auch in Formen gegossen werden. Je nach dem nutze ich die eine oder die andere Technik, manche Endprodukte bestehen auch aus einer Kombination. Am Ende der Formgebung steht eine längere Trocknungsphase. Die Gegenstände verlieren dabei an Feuchtigkeit und damit an Volumen und können sich auch verziehen oder reißen. Das ist allerdings in der Regel nicht erwünscht und führt hin und wieder zu schlechter Laune des Keramikers - also mir. Sorgfältiges arbeiten reduziert solche Ausfälle aber auf ein Minimum, weshalb das mit der schlechten Laune die Ausnahme ist. 

Der nächste kritische Arbeitsgang ist der Brand. Dabei erhitze ich die getrockneten Teile auf ca. 1200°C, ein zu schnelles Aufheizen oder Abkühlen würde die bisher inverstierte Arbeit zu nichte mach

#ausstellung

Ich lebe zusammen mit meiner Frau im komplett umgebauten ehemaligen Farrenstall in Mundelfingen, einem Kleinen Dorf in der Nähe von Donaueschingen. Hier befindet sich auch die Werkstatt sowie eine kleine Galerie - oder auf Neudeutsch der "Showroom". Meine Werke präsentiere ich also hier aber auch auf diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und in Frankreich.